Ablauf im Gehirn
Das Stammhirn (Thalamus) ist eine Art Schaltzentrale, welches verschiedene Reize miteinander verbindet (Sehnerv, Hörnerv, Rückenmark etc.) und an andere Hirnregionen weiterleitet.
Die Amygdala ( Mandelkern) dient als eine Art Vorzentrum, wo wichtige und unwichtige Informationen unterschieden und gefiltert werden. Hier entstehen unsere Gefühle wie Angst, Wut, Trauer u.v.a.
Hierbei führe ich das Erlebnisgedächtnis auf, welches frühere Sinneseindrücke abspeichert und beim Wiedererleben des Traumas, frühere Erlebnisse hervorrufen kann. Das kognitive Gedächtnis vermag dies allerdings nicht (siehe Prof.Siegfried Petry).
Der Hippokampus speichert Erinnerungen ab und sortiert diese ähnlich anhand einer Skizze.
Im impliziten Gedächtnis sitzen die älteren Teile des Gehirns. Sie speichern die Sinneseindrücke aus der Amygdala und Erfahrungen aus dem Hippokampus. Es gibt voneinander getrennte Gedächtnisse für Gerüche, Farben, Geräusche, Klänge, etc. Diese sind nicht zeitlich geordnet und geben das direkte Gefühl wieder, wie bei einer Gefahr, den sofortigen Schmerz. Dies läuft oft unbewusst ab und funktioniert automatisch.
Das Großhirn (auch Neokortex genannt) ist viel größer als bei Tieren. Es wird auch das explizite Gehirn genannt (Verstand) und ist der Bereich des Bewusstseins. Das Großhirn kann lange Geschehnisse und Geschichten speichern und wird deshalb auch als explizites Gedächtnis beschrieben. Sinneseindrücke werden hier bewertet, interpretiert und erhalten somit einen Sinn. Das Großhirn übernimmt die höheren Funktionen, wie z.B. das Erfassen von dem Sinn eines Textes, Liedes, Gedichte etc.
Ablauf im Gehirn
Gefahr setzt ein -> Sinnesreize fließen zunächst in den Thalamus,wo sie vorgefiltert werden -> Weiterleitung an die Amygdala -> Ausschüttung von Hormonen,wie Glukokortikoide und Serotonin -> Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt ->Energiereserven Freisetzung -> Umschaltung findet im Gehirn statt -> Kehrtwendung der Funktionsweisen des Gehirns -> Großhirn wird lahmgelegt -> Amygdala und Hippocampus werden unterbrochen -> Große Teile von Informationen werden nicht an das explizite Gedächtnis geleitet ->Reaktionen werden von dem impliziten Gedächtnis gesteuert -> Dissoziation ->Kontaktspaltung der Gehirnteile -> Reaktionszeit wird stark beschleunigt -> Flucht oder Verteidigung wird schneller organisiert -> Verkürzte Entscheidung -> Überlebensstrategie -> Großhirn stellt Aktivitäten fast vollständig ein ->Implizite Schaltkreise machen das Gegenteil -> Hormone werden jetzt ohne Vorfilterung an die Amygdala abgegeben -> Weitergabe an das implizite Gedächtnis -> Reizüberflutung -> Überlebensvorteil in Gefahrensituationen ->Das Großhirn ist weiter unbeteiligt ->Speicherung im impliziten Gedächtnis, sucht nach Auswegen -> Explizites Gedächtnis speichert große Teile des Traumas nicht ab ->Die Reizüberflutung führt langfristig zu einer erhöhten Empfindlichkeit, wie bei Licht, Gerüchen, Worten etc. Sensibilität für äußere Reize erhöht sich ,wie bei ADS/ ADHS -> Hochsensibel -> Das explizite Gedächtnis spaltet sich ab und führt ein Eigenleben -> Dissoziation -> Kein Erinnerungsvermögen an Trauma-Situationen nennt man auch dissoziative Amnesie.
1.Das Großhirn ist von Informationen abgetrennt
2.Keine Speicherung dieser im expliziten Gedächtnis
3.Nach Aussetzung der Gefahr werden die Informationen im impliziten Gedächtnis nicht mehr aktiviert
4.Es resultiert die Amnesie
Dieser Zustand scheint oft über Jahre vergessen und kann ebenso jahrelang anhalten. Durch einen Trigger können dann meistens in späteren Jahren Flashbacks (Erinnerungen) freigesetzt werden und es kommt dann zu dem PTBS.
Wer von dissoziativer Amnesie betroffen ist, der weiß oft nicht einmal von der Existenz des Traumas, wegen oft fehlender Hinweise hat ein Mensch dann kaum eine Chance, von alleine darauf zu kommen.
Um die Informationen in den impliziten Gedächtnissen wieder abzurufen, muss man in eine ähnliche Situation wie beim Trauma geraten. Dies kann z.B. durch einen Auslöser (Trigger) geschehen. Was dann geschieht, wird auch Flashback genannt.
Fatale Folgen
1.Lange Dauer solcher Traumata
2.Nervenverbindungen werden verdrahtet ( Amygdala und Hippocampus)
3.Schrumpfung des Hippocampus (unterbrochene Gehirnteile)
4.Dauerhafte Störung des Gleichgewichts von Botenstoffen im Gehirn
kausale Folge wiederholter Traumatisierungen
Traumatische Erfahrungen werden vor allem in den impliziten Gedächtnissen gespeichert. Das Großhirn wird während des Traumas nicht mehr mit allen Informationen versorgt, erhält nur Bruchteile oder auch gar keine Informationen mehr und kann diese somit nicht abspeichern. Entscheidungen in der Trauma-Situation haben kaum mit dem Verstand zu tun und laufen automatisiert in den impliziten Gedächtnissen ab. Dieser Zustand ist so von der Natur gewollt und er ist nicht mit dem Verstand zu beeinflussen.
Trauma-Hormone schalten die Funktionsweise des Gehirns vollkommen um. Ein Betroffener kann also in solch einer Situation keine Entscheidungen treffen, die den Körper betreffen. Das implizite Gedächtnis übernimmt hier meistens die Kontrolle, die rein körperlich kaum noch möglich ist. Betroffene berichten häufig, das sie etwas getan haben, was sie nicht wollten, sie können den Missbrauch also meistens gar nicht verhindern, weil sie wie gelähmt sind. Die Flucht ist also nicht möglich, aber auch nicht die Verteidigung während dieser Gewaltsituation.Viele Betroffene tragen deshalb die ganze Last auf sich, erhalten Schuld - und Schamgefühle, die sie oft lange Zeit nicht loswerden und immer wiederkehren.
Anmerkung
Studien haben aufgezeigt das Menschen die unter einem posttraumatischen Zustand leiden, meistens eine überdurchschnittliche Intelligenz und eine überdurchschnittliche soziale Kompetenz haben.
Tolkien hatte nach dem Krieg "Postraumatische Belastungsstörungen" und so schrieb er dann seine Werke, was zudem seine eigene Verarbeitung mit dem Trauma war, vor allen Dingen der Verlust seiner Freunde.
Interessante Studien
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