Filme


Bitte sehen Sie zu diesem Thema auf der Website Dieter Wunderlich nach, dort befindet sich eine Liste mit Büchern und Filmen zum Thema.

Mein Favorit ist

"Das Fest"

Am 60. Geburtstag des Hoteliers Helge trifft sich seine Familie in einem edlen Landgasthof. Die idyllische Familienfeier enthält unerwartet eine dramatische Wendung. Helges ältester Sohn Christian beschuldigt seinen Vater, seine Schwester in den Selbstmord getrieben und die Geschwister mißbraucht zu haben. Sehr realistisch inzeniert.

Ich konnte sehr vieles von dem, was bei uns in der Familie geschah, wiederentdecken.


„Angeklagt“

mit Jodie Foster in der Hauptrolle

Jodie Foster wird das Opfer einer Vergewaltigung. Unter den frenetischen Anfeuerungsrufen zahlreicher Barbesucher wird die junge Sarah mehrmals vergewaltigt. Sie gerät nur unfreiwillig in die für sie prekäre Situation. Angesichts des angeblich provozierenden Verhaltens des Opfers lässt sich die ehrgeizige Staatsanwältin (Kelly McGillis) auf einen Deal ein und klagt die Täter lediglich der Körperverletzung an. Doch damit ist Sarah erneut entwürdigt. Die Staatsanwältin rollt den Fall wieder auf. Allerdings sitzen diesmal die Zeugen auf der Anklagebank. Für ihre überragende Darstellung als Vergewaltigungsopfer wurde Jodie Foster mit dem Oscar ausgezeichnet. Jodie Foster in einer ihrer besten Rollen.Einfühlsam, realistisch und sehr überzeugend spielt sie den Part der vergewaltigten Sarah. Der Film ist nichts für zart Besaitete. Er beeindruckt durch seine schonungslose Realität. Man weiß, dass sich solche Sachen in der Realität ereignen und ist schockiert über die Emotionslosigkeit der Täter. Auf den Film sollte man sich emotional vorbereiten ,denn es handelt sich definitv nicht um Unterhaltung für zwischendurch. Ein ergreifendes Meisterwerk. --Mario Kischporski

„Durchgeknallt“

mit Angelina Jolie in der Hauptrolle

Susanna (Winona Ryder) wird im Film mit „Borderline Persönlichkeitsstörung" etikettiert, eine Diagnose, die bekanntermaßen mindestens ebenso schwammig und vieldeutig ist, wie ihre eigenen Gefühle. Während Angelina Jolie die Bad-Girl-Stationssoziopathin gibt, erlebt Ryder eine Odyssee von verwundbarer Ängstlichkeit über Selbstwahrnehmung bis hin zur Heilung. Da die gesamte Besetzung eigentlich nichts zu wünschen übrig lässt, ist dieses Drama trotz aller Kritik sehenswert, auch wenn bereits bekanntes Territorium betreten wird. Und obwohl es Durchgeknallt letztlich an dramatischer Tiefe mangelt, verdeutlicht der Film dennoch schmerzlich,wie fließend die Grenzen zur psychischen Dysfunktion in einer Welt sind, in der eigentlich jeder ab und zu mal ein bisschen verrückt spielt. --Jeff Shannon

Aufgrund eines psychologischen Gutachtens eines Freundes der Familie wird Susanna Kaysen (winona ryder) nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch Ende der 60er Jahre in eine Psychtrische Anstalt gebracht. Ohne die Chance auf Gegenwehr gehabt zu haben, findet sie sich in einer ausweglosen Situation wieder. Sie, die eigentlich mit völlig normalen Ängsten und Sorgen zu kämpfen hat, wird weggesperrt, entmündigt und erniedrigt. Die Therapie die sie erhält ist eine Farce. Täglich soll sie mit Tabletten ruhig gestellt werden, doch die nimmt sie nicht. Das einzige was ihr halt gibt, ist die Solidarität der Patienten untereinander. Trotz der kleinen vordergründigen Streitigkeiten findet sie neue Freundinnen, die in ihrem eigenen Mikrokosmos der Anstalt einen Weg gefunden haben, sich durchzuschlagen. Vorallem Lisa (Angelina Jolie hat ihren oscar verdient), wird ihr zu einer treuen Freundin. Doch je tiefer die Beziehungen zu den anderen werden, umso größer wird auch die Gefahr.Durch die leitende Psychologin (Vanessa Redgrave) und der Krankenschwester Valerie (Whoopi Goldberg), gelingt es ihr auf den richtigen Weg zurückzufinden.

In jeder Szene spürt man, daß der Film auf Authobiographischen Erlebnissen basiert. Nie hätte man die Charaktere und Situationen sonst genauer zeichnen können. Wie in der Roman-vorlage von Susanna Kaysen, wird auch in der Verfilmung die Wut über die Machtlosigkeit gegen das System und die zwei verlorenen Jahre deutlich. Der ganze Irrsinn des Heilanstaltbetriebes wird hier unverfälscht offengelegt. Regiesseur James Mangold geht es nicht darum Mitleid zu erregen, sondern vielmehr einen Einblick zu verschaffen, in dem all die Schwächen und liebenswerten Seiten der Patienten gezeigt werden. Was bleibt ist das Entsetzen über die unwürdige Behandlung. „Durchgeknallt" ist mit Sicherheit einer der besten Filme, die zu diesem Thema gemacht wurden. Großartig ist, die im Knochenjäger noch etwas blaße, Angelina Jolie in ihrer Rolle. Der Oscar hätte an niemand anders gehen dürfen. Doch auch Winona Ryder macht sich ausgezeichnet.

Die Jury“

In der Kleinstadt Clanton im amerikanischen Bundesstaat Mississippi wird die schwarze, zehnjährige Tonya Hailey von zwei betrunkenen, weißen Männern brutal vergewaltigt. Als die beiden Männer zu einer ersten Anhörung in das Gerichtsgebäude geführt werden, erschießt sie Tonyas Vater, Carl Lee Hailey. Das Gerichtsverfahren, das daraufhin gegen Carl Lee Hailey eingeleitet wird, gerät zum Sensationsprozess. Als Schwarzer, der es wagt, im amerikanischen Süden Lynchjustiz an den weißen Peinigern seiner Tochter zu üben, erwartet ihn das Todesurteil. Der gerade von der Universität gekommene junge Anwalt Jake Brigance übernimmt diesen Fall. Der Staatsanwalt ist ebenso ehrgeizig wie er selbst und macht es nicht einfach für den jungen Anwalt. Hinzu kommen noch eine teils rassistisch eingestellte Jury und der für tot gehaltene Ku-Klux-Klan. Jedoch schafft er es zusammen mit der Jura-Studentin Ellen Roark, dem erfahrenen Scheidungsanwalt Harry Rex Vonner und seinem Lehrer Lucien Willbanks die Jury zu überzeugen und Carl Lee Hailey mit großem Beifall aller anwesenden Schwarzen freizusprechen.

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"Trust"


In dem Film handelt es sich um ein minderjähriges Mädchen, dass im Internet einen angeblich jungen Mann kennenlernt, der sich aber später

als ein Sexuellstraftäter entpuppt und zudem wesentlich älter ist. Die Phase der Pubertät hinterlässt Spuren bei dem Mädchen, wo das geringe

Selbstwertgefühl hervorbricht, Zweifel an der eigenen Schönheit und das Entfernen von den Eltern sichtbar wird. Durch den Internetkontakt

findet sie eine Annährung, die ihr es ermöglicht frei und ungehemmt über Ihr Leben zu berichten, sowie über eigene Gefühle, was der Täter

grenzenlos ausnutzt. Trotz das der Täter sie im Chat bezüglich des Alters anlügt und das Mädchen auch misstrauisch wird, trifft sie sich mit

ihm. Bei dem ersten Anblick des Mannes stellt sie fest, dass er noch älter ist als er vorgab, nämlich 35. In einem Cafe´ sprechen die beiden

über alltägliche Dinge, bis sie der Mann schließlich mit in ein Hotel nimmt und sie vergewaltigt. Ihre beste Freundin weiß, dass es etwas nicht

stimmt und geht zur Polizei, woraufin das Opfer die Freundin beschimpft. Das Mädchen wird im Krankenhaus einer Psychlogin vorgestellt,

wo sie die Tat abstreitet. Die Eltern werden informiert und es beginnt ein verzweifelter Kampf. Es wird das FBI eingeschaltet, der Vater jedoch

will selbst den Täter finden und stellt sich den Ermittlungen zunächst in den Weg. Bis zum Schluß verteidigt das Mädchen den Täter, bis eines

Tages zwei weitere Mädchen zum Vorschein kommen, die von dem gleichen Täter missbraucht wurden. Als sie die Bilder des Polizeibeamten

sieht, wird ihr erst bewusst, dass Sie nicht die Einzige war, die er, der Täter, angeblich liebte. Erst nach dieser Offenbarung begreift sie das sie

vergewaltigt wurde und bricht in sich zusammen. Am Ende des Filmes findet dann eine Annäherung an den Vater statt, der sich die Schuld

für das Verbrechen gibt, indem er denkt, dass er versäumt hat ihr in der Pubertät als Vater näher zu stehen, um ihr zu sagen, dass er sie

schön findet.


Der Film ist auf einem, so finde ich, hohem Niveau gedreht worden. Die Adoleszenzzeit (Pubertät) wird hier professionell dargestellt, indem

sich das Mädchen befindet. Da sind einmal all die neuen Gefühle, die Neugier über die Annäherung an das andere Geschlecht, aber auch

die Gehemmtheit diesbezüglich, da die Kontaktaufnahme im Internet stattfindet (ausgerechnet über das neu geschenkte Laptop zum 14.

Geburtstag), die Neugier auf das Kennenlernen des eigenen Körpers, aber auch die Ablehnung des eigenen Körpers, das Finden einer

Grenziehung zu den Eltern, aber auch der Verlust des Vertrauens zu diesen. Das Mädchen folgt der Neugier und der Herausforderung den

jungen Mann im Internet kennenzulernen und lässt sich durch den Täter einwickeln. Selbst als er sie bezüglich des Alters anlügt und sie

skeptisch wird, kann man weiterverfolgen, wie geschickt dieser Täter vorgegangen ist, um sie letzlich zu einem Treffen zu bewegen.

In dieser Phase wird deutlich wie stark der Täter bereits gegen die Eltern interveniert, denn die Abgrenzung des Mädchesn zu diesen

wird immer stärker und damit das Anvertrauen über das Erlebnis und der anfänglichen Skepsis des Fremden gegenüber auch. Mit der

festen Überzeugung des Mädchens, dass der Fremde sie liebt, trifft sie sich mit diesem und wird böse überrascht. Bereits hier kann

man feststellen, dass das Mädchen trotz der Möglichkeit des Fliehens und der Verzweiflung nicht fliehen kann, ohnmächtig ist. Im

Cafe´ wird diese erste Überraschung des Täters überspielt, indem er das Mädchen zu einem Getränk einlädt und sie ausladend über

ihr Leben spricht und der Täter noch tiefer in Ihre intime Privbatsphäre eingreift. So gehen diese ins Hotel und sie muss sich mit einem

BH und einer Unterhose zeigen. An dieser Stelle wird deutlich, wie sehr das Mädchen von der Zustimmung des Täters hinsichtlich

ihrer Figur und Aussehen abhängig ist, indem sie ihn fragt: "Findest du das ich schön bin, bin ich schön genug"?, was der Täter bejaht.

In diesem Moment gibt es kein Entfliehen mehr, der Täter überwältigt das Mädchen und vergewaltigt sie. Als ihre Freundin merkt,

dass etwas nicht stimmt, holt sie die Polizei und das Mädchen muss zu einer Untersuchung ins Krankenhaus. Sie spricht

mit einer Psychologin und verteidigt dabei den Täter, verdrängt, bzw. kann nicht wahrnehmen was passiert ist und beschützt ihn,

indem sie von Liebe spricht. Dabei wird deutlich wie stark das Mädchen die Freundin ablehnt, obwohl sie ihr helfen will und wie

sehr der Täter sie von ihr nahestehenden Menschen distanziert. Als die Familie informiert wird ist der Vater besonders betroffen

und will den Täter selbst finden und merkt garnicht, wie sehr seine Tochter ihn braucht, trotz der Ablehnung, worauf ihn seine Frau

hinweist. Das FBI wird eingeschaltet und als diese eines Tages zwei weitere Fotos zeigen, auf denen weitere Missbrauchopfer des

gleichen Täters zu erkennen sind, begreift das Mädchen erst, dass es vergewaltigt wurde, wird ohnmächtig und bricht in sich

zusammen. Sie begreift, dass der Täter nicht nur etwas von ihr wollte. Die Tatsache, dass sich der Vater die Schuld gibt, nämlich

das er für seine Tochter in der Pubertät zu wenig da war und sie mit ihren Sorgen und Nöten allein gelassen hat, wird hier besonders

deutlich, aber auch die eigene Angst, Hilflosigkeit und Sorge. So endet diese Geschichte wie in vielen anderen Fällen auch,

der Täter lebt unbesorgt mit der eigenen Familie, ein angeblich idyllisches Leben.