Die Folgen
1.Gesundheitliche Beeinträchtigungen
Spätfolgen der Traumatisierung sind oft verschiedene Krankheitsbilder, die bei vielen zur Berentung führen, aber nicht müssen, da dies von der Art und Schwere des Traumas abhängt. Ich bin der Meinung, das jedem eine ausreichende Hilfe für seine berufliche Integration anhand beruflicher Teilhabe zur Verfügung stehen muss, was nicht immer der Fall ist. Viele Betroffene, die ich kenne werden frühberentet. Eine berufliche neue Entwicklung ist oft eine jahrelange Angelegenheit. Meiner Meinung nach sollten Betroffene umfangreich finanziell abgesichert werden und jedem die Möglichkeit einer Arbeit oder Umschulung, solange das möglich ist, zugesichert werden. Jeder einzelne Fall wird hier sicher anders gelagert sein (unter dem Menüpunkt Rechte finden Sie zu diesem Thema hilfreiche Hinweise).
Zu den vielfältigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gehören die traumatischen Spätfolgen wie Anpassungsstörungen, soziale Phobien, Persönlichkeitsveränderungen, somatische chronische Schmerzzustände, Depressionen und Dissoziationen (Erklärungen finden sie dazu unter dem Menüpunkt Begriffe). Auch sind viele Betroffene suchtkrank, haben Esstörungen oder führen häufig Selbstverletzungen oder Suizidversuche durch.
Hürdenläufe bei Ärzten, Psychologen, Psychiater und Gutachtern sind hier oftmals angezeigt. Wenn es nicht frühzeitig zu einer richtigen Diagnostik oder Behandlung kommt, sind chronische Folgestörungen in vielen Fällen vorprogrammiert. Es gibt aber auch Menschen, die ohne eine Behandlung, auch wenn das durch andere zum Teil kritisiert wird, einen Weg finden, auch ohne die Hilfe von Psychologen oder Psychiatern einen Weg zu finden.
Persönlichkeitsstörungen liegen meines Erachtens bei dem Täter, nicht aber bei den Betroffenen vor, sie werden jedoch bei der komplexen Belastungsstörung als solche bezeichnet. Viele Betroffene sind jedoch hochbegabt, Ihnen fehlt es aber an Liebe, Verständnis für Ihre Situation und auch oft einer ausreichenden Unterstützung. Ich bin für die Abschaffung dieses „Begriffs", weil er die persönlichen Rechte verletzt. Der Begriff „Veränderung der Persönlichkeitsstruktur" trifft, so wie ich finde, zu und führt nicht zu Stigmatisierungen, sowie der Begriff bei den geistig Behinderten ebenfalls abgeschafft wurde, aber noch zur Anwendung kommt.
2.Beeinträchtigungen in der Familie, bei Freunden und dem Partner
In vielen Familien ist es aufgrund des sexuellen Missbrauchs oftmals bereits langjährig zu erheblichen Konflikten gekommen, insbesondere wenn der Missbrauch innerhalb der Familie (Inzest) stattfindet oder stattgefunden hat, kommt es zu innerfamiliären Mobbing, beispielsweise weil man den Täter schützen will und das Opfer versucht zu verdrängen. Solche frühen Konstellationen finden sich dann auch in späteren Beziehungen wieder. Viele Bekannte oder Freunde können mit dem Thema oft nicht umgehen, was dann auch zum Rückzug führen kann. Eine Partnerschaft können viel Betroffene oft aufgrunddessen nicht eingehen.
Meine persönliche Erfahrung und Ansicht zum Verschweigen der Täter
Sexueller Missbrauch und das Schweigen über den/die Täter in einem Dorf (hier in dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, Niederlaasphe bei Bad Laasphe).
Wer mit Lügen aufwächst, sehnt sich nach der Wahrheit. Früher oder später kommt jede Wahrheit ans Licht. Wer jetzt noch schweigt, der wird verdorben sein auf alle Zeit. Aufgrund sexellen Missbrauchs in meiner Kindheit wird der Täter, die Täter, weil ich von Tätern ausgehe (zeigen Alpträume, aber ohne die Gesichter erkennen zu können), jedenfalls zeigen das die Teilerinnerungen, obwohl bekannt, verschwiegen. Viele Betroffene leiden unter einer Teilamnesie (Teile fehlender Erinnerungen an das Ereignis). Wer den Täter kennt, kann diesen anzeigen. Betroffene, die das nicht wissen, haben diese Chance nicht und können somit Entschädigungen auch kaum geltend machen. Wer über Täter schweigt, macht sich selbst schuldig, indem dieser den Täter in Schutz nimmt und nicht die Betroffenen. Aus Angst nach aussen die Stellung in der Öffentlichkeit zu verlieren, verschweigen diese lieber jahrelang den Täter. Gerade in Familien (Inzest), ist das oft der Fall. Die Betroffenen werden oft gemobbt, damit der Schein nach aussen gewahrt bleibt. Auch wenn es viele Menschen gibt, die keine Erinnerungen offenlegen wollen, bin ich für die Audeckung der Erinnerungen, um die Wahrheit zu erkennen und um die Vergangenheit aufarbeiten zu können, was nur Betroffene nachvollziehen können.
3.Folgen am Arbeitsplatz, im Studium oder in der Ausbildung
Im Arbeitsalltag ist es für viele Betroffene eine große Belastung, zumal sie oft über diese Vorfälle schweigen. In vielen Fällen kommt es hier zur Ausgrenzung, Mobbing oder wiederum zu sexuellen Übergriffen. Ich kenne aber auch Betroffene, die sehr gut an ihrem Arbeitsplatz zurecht kommen. Arbeitgeber, die davon wissen und diejenigen unterstützen, kann ich besonders loben.
4.Hürdenläufe bei Behörden
In vielen Fällen kommt es oft zu enormen, oft langjährigen Behördenläufen, sei es wegen Arbeitslosigkeit, Begutachtungen, Umschulungen, Anträgen bei Versorgungsamt, Anzeigen, Klagen an Gerichten etc. Dieser Hürdenlauf ist eine emense Belastung für Betroffene, welche oft mit neuen Traumen einhergehen.
5.Häufige Umzüge
Im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch ziehen Betroffene häufig um, es ist wie eine Flucht, die Suche nach einer Heimat, die viele oft nicht hatten. Viele ziehen aber auch beruflich häufig um, weil sie einen neuen Weg aus der Gewalt suchen, endlich ihren eigenen Weg zu finden und um den beruflichen Lebenstraum zu erfüllen, der Ihnen früher versagt blieb.
6.Reviktimisierung
Viele Betroffene neigen dazu wieder Beziehungen, in denen Gewalt im Vordergrund steht zu, zu suchen. Sie kehren zu ihrem alten Partner zurück, obwohl er sie misshandelt oder missbraucht (bei häuslischer Gewalt). In vielen Fällen endet das auch in Prostitution und dem ewigen Kreislauf der Sucht, aus dem viele nur schwer wieder herauskommen.
Zu diesem Punkt:Ich bin sehr dankbar, das ich davon nicht betroffen bin.
7. Armut
Aus den Folgen des Missbrauchs sind viele Betroffene langfristig von Armut betroffen.
Der Gesundheitsberichterstattung des Bundes aus 2008 sind jedoch die Folgekosten von Gewalt nicht bekannt, was auch den Bereich Armut betrifft.