Umfrage
ERGEBNIS
1.Ich fände es schon gut,wenn es genügend Fachärzte speziell zu diesem Thema geben würde!
Meine Erfahrung ist, das selbst einige Psychologen/innen keinen Nerv haben wollen, für dieses Thema, weil man ja rein äußerlich als „Normal" erscheint. Seelische Wunden sieht man halt nicht und man soll trotz allem funktionieren. Gibt so Ratschläge „Kopf Hoch" oder „Wird schon wieder"....was soll das denn? Und dann hat man eine Therapie schon mal durchgeboxt mit allem Papierkram, Warterei etc.p.p -dann ist in der Psychosomatischen Klinik, bei mir damals in Hessen Friedrichsdorf die entsprechende Ärztin nicht da, ganze 8 Wochen nicht eine Vertretung. Also Summa Summarum war meine Therapie, also um was es tatsächlich ging, nämlich sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch den Adoptivvater, glatt für n ...A...! Wenigstens hab ich die Diagnose POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG erhalten. Immerhin etwas! So und nach der Therapie bin ich wieder zu den am besten empfohlenen Psychologinnen gerannt und stand wieder da, am Anfang! Ich hab s nun sein gelassen mir irgendwelche Hilfe zu holen, denn die gibt s offensichtlich nur für den Täter! Mich hat die Zeit geheilt... glaube ich jedenfalls. Aber mein Misstrauen den Menschen gegenüber, das ist sehr ausgeprägt. Es schützt mich aber auch!So, nun hab ich das hier niedergeschrieben und spüre dabei, gar nicht so einfach, weil ich dadurch wieder damit konfrontiert bin. Sind auch nur meine Erfahrungen. Es gibt auch gute Literatur „Trotz allem" aus dem Amerikanischen, leider wie immer und fataler weise habe ich die Autorin nicht mehr im Gedächtnis und dieses Buch hat mir geholfen und dann hab ich es weggegeben und nie wieder bekommen... SO. Farienella (Du Form gewollt).
Text einer Betroffenen Veröffentlichung nach Genehmigung
Liebe Farienella
Danke für deinen hilfreichen Text, aus dem ich sehr deutlich deine Wut über die Behandlungen lese, die für dich so wie ich es herauslese, keine allzu guten Erfahrungen waren. Jedoch scheinst du über große Kraftreserven zu verfügen, denn du hast einen Weg gefunden, mit deiner Geschichte umzugehen, auch wenn ich dir wünsche, das du bessere Erfahrungen machen kannst, was unser aller Wunsch ist.
Das Buch „Trotz allem" ist von den Autoren Ellen Bas und Laura Davis, Orlando Frauenverlag Auch ich habe es auf meiner Seite empfohlen!
2.Verbesserung der Angebote im Bereich Trauma Therapie!
Einfacherer Antrag der Langzeittherapie und Kostenübernahme durch das OEG (ohne jahrelang drum kämpfen zu müssen). Kostenübernahme für Kunst-Körper-und Musiktherapie (ambulant) und keine ewigen Wartelisten bei Dringlichkeit!
Hallo
dieser Text zeigt deutlich auf, an welchen Stellen Bedarf besteht. Ich wünsche mir auch diese Verbesserung, die hier angesprochen wird, vor allen Dingen der Wegfall der hohenBürokratie in diesem Bereich! Nützliche Bürokratie wie Verträge braucht es, aber sie müssen schneller bearbeitet werden.
3.Wegfall der Verjährungsfrist, bei Missbrauch!Bessere Betreuung von Opfern!
Hallo
ja, richtig, dafür gibt es bereits Kämpfer, die sich dafür einsetzen und wir hoffen alle, das dies geschehen mag! Die Betreuung von Opfern muss oberster Maßstab werden!
4.Härtere Strafen für Sexualstraftäter +Lebenslanges Wegsperren von solchen Menschen!
Hallo
diese Ansicht vertreten bereits viele Menschen und es gibt dazu auch zwiespältige Meinungen. Für Betroffene ist es äußerst wichtig, das der Täter seine Strafe erhält und das nicht nur in einem Rahmen von zwei Jahren!
5.Das Gesetz "ambulant vor stationär" finde ich sehr wichtig!
Es sollte viel mehr auf die Wünsche von behinderten Menschen eingegangen werden. Jeder sollte das Recht haben zu entscheiden WO und WIE er leben möchte.
Hallo
soweit ich weiß, gibt es keinen Zwang der besagt, das jemand nicht wählen könnte zwischen ambulant oder stationär, da beide Möglichkeiten bestehen. Allerdings muss es meiner Meinung nach mehr Möglichkeiten für Trauma Betroffene geben, die in einem akuten Zustand schnelle Hilfe benötigen und das wäre in Traumaaambulanzen möglich, zumal diese direkt mit dem Versorgungsamt und anderen Stellen vernetzt sein müssten, um schnelle Hilfe zu leisten, die es jedoch nicht überall flächendeckend, außer in NRW. Zudem sollte es Familien ermöglicht werden, auch mit älteren Kindern eine Kur zu machen, wenn die Kurkliniken die Indikationen dafür haben, wenn zunächst andere Möglichkeiten rar sind. Es gibt immer noch zu viele private Angebote, die zu teuer sind und viele Betroffene können sich das nicht leisten. Der Punkt das es mehr Hilfe für behinderte Menschen in diesem Bereich geben muss, teile ich voll und ganz. Das WO und WIE leben zu dürfen, ist im Zusammenhang mit diesem Thema unverständlich, wenn es sich jedoch auf die Behandlungen beziehen sollte, dann ist es natürlich legitim, das man selbst entscheidet, welche Behandler man WIE und WO haben darf, jedoch wird sich das im akuten Zustand und auch in stationären Bereich eher schwierig gestalten und nicht immer einrichten lassen.
Betroffene sollten immer ihr Selbstbestimmungsrecht wahren!
Meine Erfahrungen durch weitere Gespräche
1.Therapien sollten auch nach Beendigung von Langzeittherapien gezahlt werden, nämlich solange wie es ein Patient benötigt und nicht nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip der Krankenkassen.
2.Ein weitaus unbeachtetes Thema ist, das es Männer oft noch deutlich schwerer haben als Frauen, was man an den speziellen Klinikangeboten sieht, da Frauen häufiger betroffen sind als Männer, werden hier eben oft keine speziellen Abteilungen eben auch nur für Männer eingerichtet. Es wurde berichtet, das Männer zum Teil erst gar nicht auf bestimmte Stationen aufgenommen wurden.
3.Betroffene trauen sich häufig nicht, nicht nur den Täter nicht anzuzeigen, sondern auch die Behandler, die unsachgemäß behandelt haben ,nicht anzuzeigen, bzw. an den vorgesehenen Stellen melden. Leider gibt es immer noch kein übergeordnetes System, was Patienten umgehend schützt.
Ich bedanke mich herzlich für die Beteiligung an meiner Umfrage.
Christina Rößler